Neues BMC Fourstroke 2023: Willkommen in der Zukunft!

2023-03-08 14:21:35 By : Ms. Janice wei

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BMC Fourstroke 2023: 2018 erhielt der Rennbolide von Pauline Ferrand-Prévot, Titouan Carod und Co. das letzte Update und galt bis zuletzt als eines der fortschrittlichsten Räder auf dem Markt. Nun setzen die Schweizer nochmals eine Schippe obendrauf: Ein gänzlich neu konstruierter Rahmen mit ausgeklügelter Kinematik, eine überaus progressive Geometrie und die erste serienmäßig ausgelieferte, selbstständig absenkbare Sattelstütze sind die markanten Eigenschaften des neuen Fourstrokes. Und auch Down-Country-Fans kommen auf ihre Kosten: Drei zusätzliche Fourstroke LT-Modelle rollen mit einem 120 mm-Fahrwerk und Zusatzfeatures für den Traileinsatz vom Band.

Als 2018 das BMC Fourstroke letztmalig der Weltöffentlichkeit in einer neuen Version präsentiert wurde, läutete dies den Start einer der wohl relevantesten Entwicklungen in der XC-Disziplin in den letzten Jahren ein: Mit einer für damalige Verhältnisse enorm progressiven Geometrie, getreu dem Motto „lang und flach“, sorgte BMC für eine Benchmark, an die sich andere Hersteller in den folgenden Jahren nur langsam herantasteten. Und selbst im Jahr 2022 gilt das bisherige Fourstroke als eines der fortschrittlichsten XC-Bikes – eine Neuentwicklung schien nicht unbedingt notwendig. Doch BMC bleibt sich als Innovationsträger innerhalb der Branche treu und präsentiert mit dem neuen Fourstroke ein Rad, das den Markt einmal mehr aufrüttelt. Einen Prototyp hatten wir bereits bei der XC-WM in Les Gets gesehen.

Mit insgesamt drei verschiedenen Varianten geht BMC auf dem Cross-Country-Markt in die Offensive: 100 mm Federweg gibt es bei den Modellen der Fourstroke 01- und Fourstroke-Serie, 120 mm werden den LT-Modellen spendiert. Alle drei Varianten eint die (weitestgehend) identische Rahmenkonstruktion – wesentliche Unterschiedene bestehen bei den verwendeten Carbon-Fasern. Zudem bietet die Fourstroke 01-Serie die hauseigene RAD-Sattelstütze mit Autodrop-Funktion, die zum ersten Mal an einem Serienrad verbaut wird.

Preis Fourstroke 01-Rahmenset: 5.499 € (UVP, inkl. Fox Factory-Gabel/-Dämpfer & BMC Autodrop-Sattelstütze) Preise Fourstroke 01-Serie: 8.999–12.999 € (UVP) Preise Fourstroke-Serie: 4.299–7.499 € (UVP) Preise Fourstroke LT-Serie: 4.499–11.999 € (UVP)

Erstmalig trennt sich BMC beim neuen Fourstroke von der vertikalen Dämpferposition – um zwei Flaschenhalter im Rahmen unterzubringen, ist dieser nun vertikal unter dem Oberrohr positioniert. Wesentlicher Antrieb hinter dieser Entwicklung sollen die Wünsche der Teamfahrer*innen gewesen sein, die besonders bei Langstreckenrennen wie beispielsweise dem Cape Epic Kompromisse eingehen mussten. Das neue Fourstroke-Modell erlaubt es, bei seitlichem Zugriff zwei 550 ml Flaschen übereinander auf der Oberseite des Unterrohrs anzubringen.

Wir haben das Feedback unserer Athletinnen und Athleten berücksichtigt und den Einsatzbereich des Rahmens auf mehrtägige Events erweitert. Die Entscheidung, zwei Wasserflaschen unterzubringen, war naheliegend, aber es führte dazu, dass wir den gesamten Rahmen neu konzipiert haben.

Conrad Glassey, Leiter des Produktmanagements bei BMC

Diese Neukonzeption des Rahmens inkludiert auch die Neuentwicklung des Hinterbaus, der in seiner bisherigen Form nur in der Grundkonzeption weiterhin existiert. Auch beim neuen Fourstroke setzt BMC auf den Ansatz eines Dual Link-Hinterbaus, dessen eigene Interpretation die Schweizer seit vielen Jahren unter dem Namen APS (Advanced Pivot System) führt.

Somit verfügt das neue Fourstroke über einen virtuellen Drehpunkt. Ermöglicht wird dies durch vier Gelenke und zwei Umlenkungen in der Nähe des Tretlagers und des Dämpfers. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, die meist mit abgestützten Eingelenkern arbeiten, investiert BMC mehr Material und somit auch Gewicht in die Hinterbaukonzeption und priorisiert damit klar Fahrverhalten vor Gewicht. Denn mit dem APS-System ist es den Entwicklern nach eigener Aussage möglich, die Feinabstimmung der Kinematik wesentlich präziser vorzunehmen und so detaillierter Einfluss auf die wesentlichen Parameter in dieser Hinsicht – Anti-Squat, Pedalrückschlag und Anti-Rise – zu nehmen.

Konkret bedeutet dies, dass der Anti-Squat im Verlauf des Federwegs abnimmt und so bei Kontakt mit Hindernissen keine zu große Kettenspannung zulässt. Dementsprechend soll sich die Federung besonders sanft über Hindernisse winden und optimale Traktion ermöglichen. Bei geringeren Schlägen soll ein erhöhter Anti-Squat-Wert dafür sorgen, dass das Rad besonders spurtreu bleibt. Überdies soll das APS-System negative Bremseinflüsse verhindern, indem es den Pedalrückschlag im Federweg reduziert und die Federung somit aktiv hält. Zusammengefasst soll die neu konzipierte Kinematik ein ideales Ansprechverhalten von hoher Empfindlichkeit bei kleinen Unebenheiten bis hin zu spürbarem Feedback bei starken Schlägen ermöglichen.

Ein weiteres großes Augenmerk haben die Entwicklerinnen und Entwickler des Fourstrokes auf die Steifigkeit des Rades gerichtet – insbesondere im Hinblick auf eine maximale Kraftübertragung auf der Rennstrecke. Optisch ist dies besonders dadurch zu erkennen, dass der neue Hinterbau zwei vertikale Verstrebungen zwischen den Sitz- und Kettenstreben besitzt. Allein dadurch soll sich laut Aussagen der Entwickler*innen die Tretsteifigkeit um 20 % im Vergleich zum Vorgänger erhöht haben.

Eine der spannendsten Neuheiten am neuen Fourstroke ist jedoch die Einführung der Autodrop-Technologie an der hauseigenen RAD-Sattelstütze: Bereits beim letzten Update des Fourstrokes 2018 sorgte BMC mit der Vorstellung der RAD-Technologie für Furore. Dabei handelt es sich um eine absenkbare Sattelstütze, die sich vollständig in das Erscheinungsbild des Rahmens einfügt und zudem dank ovaler Bauweise Steifigkeitsvorteile verspricht. Immer wieder experimentierten die Schweizer in der Folge mit Systemen, die ohne Einsatz des Körpergewichts das Absenken der Sattelstütze ermöglichen – doch bis zuletzt schien eine Serienreife undenkbar. Nun präsentiert BMC  jedoch die RAD-Sattelstütze mit Autodrop-Funktion: Über eine Luftkammer im Unterrohr ist es möglich, via Remote-Hebel eine Feder im Inneren der absenkbaren Sattelstütze zu spannen, was den Prozess zum Absenken der Stütze in Gang setzt.

Ein ausgeklügeltes Konzept zur Integration der Kabel für Schaltung, Bremsen und absenkbare Sattelstütze inklusive Autodrop-Stauraum, die Verwendung eines standardisierten UDH-Schaltauges, eigens entwickelte Parts fürs Cockpit und zusätzliche Rahmenschutzmechanismen wie Gabelstopper, Kettenstrebenschutz oder Schmutzfänger an der unteren Umlenkung runden das Gesamtpaket des neuen Fourstrokes ab. Zudem interessant: BMC setzt beim Fourstroke auf eine Postmount-Bremsaufnahme. Hersteller mit klassischem Eingelenker-System verwenden hingegen häufig den Flat Mount-Standard. Da beim Fourstroke jedoch die Sitzstreben nicht als flexende Ersatz-Umlenkung agieren, bietet sich die Post Mount-Variante als einfachere und wartungsärmere Lösung an.

BMC bleibt sich treu und marschiert mit großen Schritten an der Spitze der Revolutionäre im Cross-Country-Bereich voran. Die ohnehin schon moderne Geometrie des Vorgängermodells des Fourstrokes wurde nun ein weiteres Mal im Hinblick auf die aktuellen Trends in Richtung Fortschritt getrimmt: Mit einem flachen Lenkwinkel von 66,5° und einem Reach von 477 mm in Rahmengröße L hievt sich das neue Fourstroke in der 100 mm-Version an die Spitze der längsten und flachsten Cross-Country-Bikes. Einzig Arc8 geht mit seinem im Frühjahr vorgestellten Race-Fully (Arc8 Evolve FS-Test) noch mehr in die Vollen. Andere Konkurrenten wie Specialized oder Canyon liegen beim Lenkwinkel bei Werten von 67,5°/68,5° kombiniert mit 470 mm Reach bei gleicher Rahmengröße.

Um die Agilität des Bikes trotz der langen Geometrie zu wahren, setzt BMC auf ein um 53 mm abgesenktes Tretlager. Zudem kommen beim Fourstroke kurze Kettenstreben mit einer Länge von 429 mm zum Einsatz. Diese sollen dazu beitragen, dass die Traktion in technischem Gelände gewahrt wird und die Spritzigkeit des Rades erhalten bleibt. Für eine zentrale Position auf dem Rad wächst der Sitzwinkel um 1° auf 76,6° an.

Drei grundlegend unterschiedliche Versionen des Fourstrokes werden demnächst auf dem Markt verfügbar sein. Die Speerspitze bildet die Fourstroke 01-Serie, die gänzlich auf die Anforderungen im Rennzirkus ausgerichtet ist. Leichteste Carbon-Fasern, edle Anbauteile und insbesondere die RAD-Sattelstütze mit Autodrop-Technologie kennzeichnen die drei verschiedenen Modelle unter dem Fourstroke 01-Namen. Die Austattung reicht dabei von SRAMs XX1 AXS mit Fox Factory-Fahrwerk bis hin zu einem Setup mit SRAM GX-Schaltung und RockShox Sid SL/SidLuxe Select-Fahrwerk. Die Gewichte der Räder liegen laut BMC dabei zwischen 10,5 kg (Fourstroke 01 LTD) und 11,4 kg (Fourstroke 01 Two).

Als etwas Budget-orientiertere Version bietet BMC die Fourstroke-Reihe ohne 01-Zusatz an: Die vier Modelle dieser Serie kommen mit einem leicht veränderten Rahmen daher, der einerseits etwas schwerer ist und andererseits eine veränderte Aufnahme der Sattelstütze besitzt. Diese entspricht dem Standard mit 31,8 mm Durchmesser und ermöglicht die Montage konventioneller Sattelstützen. Bei den Modellvarianten Fourstroke One und Two kommt eine BikeYoke Divine-Variostütze zum Einsatz und beim Fourstroke Three eine X-Fusion Manic. Das Four-Modell verfügt als einziges der gesamten Palette nicht über einer absenkbare Sattelstütze.

Für Fans von mehr Federweg stehen im Rahmen der Fourstroke LT-Serie drei Modelle zur Verfügung. Diese bieten 120 mm Federweg – das Fahrwerk reicht dabei ebenfalls von Fox Factory beim teuersten Modell (11.999 €) bis hin zu RockShox Sid RL/SidLuxe Select beim günstigsten Modell (4.499 €). Angetrieben wird das Fourstroke LT LTD von SRAMs elektronischer X01 Eagle AXS, das Fourstroke LT One von Shimanos SLX-Gruppe und das Fourstroke LT Two von einem Mix aus Shimanos SLX- und Deore-Gruppen. Alle LT-Modell werden mit einer herkömmlichen absenkbaren Sattelstütze ausgeliefert.

BMC wird seinem Ruf als Vorreiter in der Cross-Country-Szene weiterhin gerecht und präsentiert mit dem Fourstroke ein Rad, welches das Potenzial hat, die kommenden Jahre zu prägen wie kaum ein anderes. Bereits 2018 sorgte das Fourstroke für mächtig Furore mit einer für damalige Verhältnisse unglaublich progressiven Geometrie und der integrierten Sattelstütze RAD. An denselben Stellschrauben dreht BMC nun weiter und sorgt insbesondere mit dem Autodrop-System für ein Novum. Inwiefern dieses System auch in der Praxis überzeugen kann, wird ein ausführlicher Test in den kommenden Wochen zeigen. Auch die Frage, ob die durchaus überzeugenden Daten auf dem Papier auch auf dem Trail abliefern können, wird sich dann klären.

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